29 Jan
von Klaus Engelmohr - Kategorie: Allgemein, Kirche in der Postmoderne, projekt_X Augsburg
Da ich einige kritische Kommentare zu meinen letzten Posts bekommen habe und jetzt auch ein guter Bekannter mündlich ein kritisches Feedback gegeben hat möchte ich in diesem Post ein paar Missverständnisse klären, die leider durch meine Posts entstanden sind. Ich hatte dies schon in den Kommentaren zu den letzten Posts versucht - jetzt aber noch mal zusammengefasst auf der „ersten Seite“ des blog.
Es tut mir leid, wenn in den letzten Posts der Eindruck entstanden ist, dass ich herkömmlichen Gemeinden und Ihrer Arbeitsweise generell kritisch gegenüberstehe. Dies stimm in keinem Fall. (Vermutlich hat meine an manchen Stellen etwas zu flapsige Formulierung dazu geführt, vielleicht aber auch, dass ich von meinem Erlebnishorizont aus geschrieben habe, ohne daran zu denken, dass die Leser meines blogs eventuell z.Z. etwas ganz anderes erleben als ich und mich deswegen nicht richtig verstehen könnten.) Falls ich jemanden durch meine letzten Posts verletzt habe, dann bitte ich hier mit um Entschuldigung. Das war niemals meine Absicht!
Ich halte es für sehr wichtig, dass es herkömmliche oder traditionelle Kirchen und ihre seit Jahren bewährten Arbeitsmethoden gibt. Ich freue mich darüber, wenn durch Aktionen, wie ProChrist, Alpha-Kurse, etc. Menschen Interesse am Glauben bekommen und anfangen an Jesus zu glauben. Nichts liegt mir ferner, als das alles schlecht zu reden. Ich schätze es sehr, dass Pastorenkollegen in großer Treue und Hingabe nach Wegen suchen, wie sie Menschen die Nachricht über Jesus vermitteln können.
Meine letzten Posts sind nur deswegen an manchen Stellen etwas kritisch gewesen, weil ich zusammen mit den projekt_X Team versuche eine Gemeinde aufzubauen, die eine andere Zielgruppe hat, als die herkömmlichen Gemeinden. Und dabei fällt uns auf, dass all die gut funktionierenden Methoden der herkömmlichen Gemeinden bei unserer Zielgruppe nicht passen. Und leider passen sie nicht, weil unsere Zielgruppe sich schwer tut, das, was herkömmliche Gemeinden tun, zu verstehen. Und deswegen suchen wir nach neuen Formen und Ausdrucksweisen von Kirche, die diese Zielgruppe versteht. Im anglikanischen Raum spricht man von „fresh expressions of church“. Wir sagen, dass wir „Kirche neu erfinden wollen“, wobei wir hier neue Ausdrucksformen meinen. Wir wollen und können gar nicht den Inhalt der Kirche neu erfinden. Aber die Ausdrucksformen - wie wir über den Glauben reden und ihn leben - die sollen so frisch und neu sein, dass die Menschen, die wir erreichen wollen, den Inhalt verstehen.
In diesem Zusammenhang wird oft von den so genannten Sinus Milieus gesprochen. Die Sinus Milieus zeigen eine soziologische Landkarte, die versucht unsere Gesellschaft anhand von verschiedenen Milieus zu beschreiben. Für Augsburg gibt es eine ähnliche Studie, die sich jedoch Sigma Milieus nennt (hier leider nur aus dem Jahr 2003):

Unsere Zielgruppe für die Phase der Gemeindegründung ist das rechts oben liegende Postmoderne Milieu und das direkt darunter liegende Moderne Arbeitermilieu. Diese und die anderen quer schraffierten Milieus sind die wachsenden Milieus in Augsburg. In der Sinus Studie werden die Milieus noch einmal mit anderen Namen benannt. Tatsache ist, dass laut der Studie Milieus-Kirche herkömmliche Gemeinden und Kirchen zum großen Teil das Mittelfeld der Sinus oder Sigma-Landkarte erreichen. Da unsere Zielgruppe nicht im Mittelfeld liegt, müssen wir nach neuen Wegen und Formen suchen, mit denen wir Menschen aus unserer Zielgruppe erreichen. Beides ist m.E. nach genauso wichtig: Das Mittelfeld der Sinus oder Sigma Landkarte zu erreichen, wie das Milieu das wir uns vorgenommen haben. Und zusätzlich bräuchten wir viele „fresh expresssions of church“, die sich zur Aufgabe machen, die vielen anderen Milieus zu erreichen, zu denen weder wir noch die herkömmlichen Gemeinden und Kirchen Zugang haben.
In den kommenden Posts werde ich immer wieder einmal über die Dinge berichten, die wir versuchen neu oder anders zu machen - es reicht ja nicht darüber zu reden, was nicht passt. Die Frage ist ja viel mehr, was die Menschen anspricht. Eines dieser Dinge ist die Location in der unsere church_zones statt finden. Aber dazu demnächst ein paar Gedanken…
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Jan | ||||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | |||
Kommentar schreiben
Du musst eingeloggt sein um diesen Eintrag zu kommentieren.