20 Okt
von Klaus Engelmohr - Kategorie: Allgemein, Kirche in der Postmoderne, projekt_X Augsburg
Gestern fand zum dritten mal unser lifestyle Gottesdienst church_zone statt. Wieder war das barium56 voll (80 Erwachsene und 7 Kinder). Das Feedback, das wir bekommen, ist durchweg positiv. Es kommen sehr viele Freunde, die von unseren Teamlern eingeladen wurden. Und es kommen Christen, die sich schon lange nach so einer Form der Kirche gesehnt haben. Ein Comment war z.B.: “Endlich habe ich eine Gemeinde gefunden, in der ich mich wohl fühle. Endlich eine Umgebung, in die ich meine ‘Nicht-Christen’ Freunde bringen kann, ohne ein beklemmendes Gefühl zu bekommen…” Feedbacks in diese Richtung bekommen wir nicht wenig. Manche sind in dem ganzen noch zögerlich und wollen in den nächsten church_zone checken, ob das projekt_X wirklich ’save’ ist - ob Menschen, die sich mit frommem Ambiente schwer tun wirklich ohne peinlich berührt zu werden kommen können.
Mich bringt das ins Fragen: Kann es sein, dass wir Christen in den letzten Jahrzehnte eine christlich-evangelikal-charismatische Subkultur geschaffen haben, die für viele Menschen in unserem Land eine ‘No-Go-Area’ ist? Kann es sein, dass unsere ach so leidenschaftlichen Bemühungen Menschen den Glauben an Jesus attraktiv zu machen (ProChrist, Alpha-Kurse, Aktionen auf der Straße, etc.), für viele Zeitgenossen nur bizarr, unverständlich und abstoßend sind? Ich erinnere mich dabei an eine meiner Aktionen ‘mit’ einem ehemaligen Schulkameraden. Ich hatte ihn nach dem Abi mehr als 3 Jahre nicht mehr gesehen. Als dann ProChrist (damals in Essen) statt fand, dachte ich, ich könnte ihn mal einladen. Ich hatte keine Beziehung mehr zu ihm - aber einladen wollte ich ihn!!! Ich bin noch heute Gott sehr dankbar, dass er nicht mitgekommen ist. Es wäre für ihn wohl der Schock des Lebens gewesen.
Ja im Einladen sind wir Chrinsten gut, aber wie steht es damit Beziehungen zu bauen und zu leben? Warum laden wir Menschen ein, die wir nicht wirklich kennen? Und warum laden wir überhaupt in ein christliche Subkultur ein, die mit dem Leben der Menschen nichts mehr zu tun hat?
Leider gibt es in unserem Team schmerzliche Erfahrungen, wo unsere Freunde für immer resistent für die Worte von Jesus scheinen, nur weil sie von irgendeinem Christen (in bester Absicht!) auf irgendeine unserer peinlichen christlichen Veranstaltungen eingeladen wurden und seit dem sagen: “Ich geh überhaupt nirgendswo mehr hin, wohin mich Christen einladen…”
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